Dienstag, 2. April 2013

British Grenadier - "Ist doch auch mal was ..."

Nach nun fast 5 Monaten Pausen war es wieder einmal soweit.
British Grenadier bei Sven.
Zwischendurch hatten wir uns zwar schon einmal getroffen, hatten aber an diesem Spieltag eine Partie „Marquis de Vauban“ gespielt. Diese Regeln hatten die Kurpfälzer ja letztes Jahr auf der Tactica präsentiert, als es darum ging ein klassisches Belagerungsszenario aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges darzustellen.
Jürgen – Sorandir – hatte immer mal, vor diese Regeln in einer klassischen Feldschlacht zu testen. Na und das hatten wir dann auch im Februar getan.
Aber nun zurück zu unserem British Grenadier Spiel. Sven fungierte diesmal als Spielleiter, da er es wohl satt hatte, meine und Jürgens Kommentare bezüglich des Spielflusses bei BG, der durch das Blättern in Regelbüchern doch arg verlangsamt wird, zu ertragen.
Jürgen übernahm diesmal die Amerikaner, ich die Briten. Umpf. Als wenn ich es geahnt hätte … Ich, als traditioneller Spieler der Amerikaner, hatte in einigen Spielen zuvor die mangelnde Ausstattung meiner geliebten Patrioten mit Artillerie bemängelt. Na da freute ich mich doch diesmal Briten zu spielen, immerhin haben die immer viele Geschütze dabei und hatten mir in der Vergangenheit deshalb auch ganz schön Zunder gegeben.



Spielleiter Sven verkündete dann auch die Aufstellung. Ein ganz anderes Szenario als bisher. Die Amerikaner hatten an einem flachen Hügel unterhalb einer Kirche Stellung bezogen. Am Kirchhügel selbst hatten sie ihr Lager aufgeschlagen und zwei Kanonen platziert. Ideale Ausgangsstellung, denn so konnten sie das ganze Schlachtfeld bestreichen.



Vom Kirchturmhügel betrachtet im Westen lag ein kleines Dorf, durch das sich die Briten bewegten. Alles Elitetruppen: Leichte Infanterie, Amazonen und Grenadiere.
Die Linieninfanterie der Engländer und die Hessen, steckten noch im Wald fest und sollten erst später vom Spielleiter Sven aktiviert werden. Jetzt spielten sie noch keine Rolle.



Soweit so gut. Plötzlich fiel mir was auf. WO WAR DENN MEINE ARTILLERIE ????
Der Spielleiter verkündete „…. Dieses Szenario sieht keine Artillerie für die Amerikaner vor. Ist doch auch mal was …“ Natürlich, mein lieber Sven; natürlich, ist das auch mal was. Arghhhhhhhhhh.
Das Spiel begann mit dem Gewinn des Initiativwurfes durch die Amerikaner. Ich staunte nicht schlecht, als ich sah was Jürgen da machte. Ich spiele die Amerikaner ja sehr historisch. Verschanze sie gerne hinter irgendwelchen Hecken, Wäldern oder Zäunen; hoffe das meine Miliz zwei Schuß - „(imaginäre Synchronstimme von Mel Gibson) … zwei Schuß. Die Miliz muss zwei Schuß hintereinander abgeben … (Synchronstimme Ende)“ – feuert und sich dann irgendwo in Deckung verzieht.
Nicht so die kurpfälzische Miliz. Die rannte los, als wenn der Kurfürst selbst seine ausgewanderten Landeskinder wieder einfangen wollte.
Na aber britische Elite wäre nicht britische Elite, wenn sie darauf nicht reagieren würde. In meinem Zug gingen dann erst mal die drei Einheiten in der Mitte des Dorfes von der Kolonne in die Linie. „Denn nur in der Linie kann das Maximum aller Waffen eingesetzt werden.“ (Richard Sharpe)



Die Einheit, die sich um das Dorf herum bewegte, rückte zunächst noch in Kolonne vor und schwenkte dann etwas später in die Linie um.
Na jedenfalls brachte Jürgen zunächst seine Skirmisher nach vorne, die auch sofort mit Plänklerfeuer begannen. Bald schon hatte meine erste Einheit drei DP’s, wenig später auch schon ein paar Verluste.



Jürgen führte daraufhin seinen dritten Skirmishertrupp durch eine Häuserlücke nach vorne. Das wäre beinahe nicht aufgefallen, weil die Jungs ihre Gartenzäune mitbrachten. Coole Tarnung.



Aber Grenadiere wären keine Grenadiere, wenn sie sich nicht problemlos um 180 Grad drehen könnten. Formationsänderung und schon standen sie vor dem Feind.



Nachfolgend passierte dann allerdings etwas, was ich an BG kritisiere. Ich hatte meiner Brigade anfänglich einen „Engage“ Befehl gegeben; d.h. wir rücken auf Schußreichweite vor, und ballern dann aufeinander ein bis sich einer zurückzieht. Jetzt standen aber jede Menge Skirmisher vor mir. Die greift man besser an, denn gegen Linieninfanterie haben die Jungs keine Chance.
Mir gelang es aber mehrere Runden nicht meinen Befehl zu ändern. Meine Jungs mussten eine 8 mit 2 W6 Würfeln, um diese Befehlsänderung zu schaffen. Klingt nicht viel, aber kennt Ihr das auch? Wenn Ihr die Zahl braucht, kommt sie nicht.
Was aber kritisiere ich da am Spielsystem; denn solche Regelungen gibt es ja auch bei anderen Systemen: Bei BG gibt es unterschiedliche Moralwerte. Befehlsänderungen hängen vom Kommandeur ab, und erfordern immer einen relativ hohen Zahlenwert.
Wenn ich allerdings z.B. Einheiten sammeln muss, gelingt das viel eher, weil dafür ein niedrigerer Wert angesetzt wird. Irgendwie unlogisch, und leider auch etwas unhistorisch. Eliteinfanterie, die Plänklern gegenüber inaktiv ist ?
„… Ist doch auch mal was …“
Na egal. Jedenfalls waren die Amerikaner so gut, dass die leichte Infanterie sich alsbald zurückziehen musste.



Die Amazonen standen dem 3. New Yorker Regiment gegenüber. Diese Jungs mausern sich in ihren grauen Uniformen so langsam zu einer Elitetruppe. Jedenfalls gelang es ihnen der schottischen Einheit ernsthafte Verluste beizubringen und auch diese musste sich zurückziehen.



Nun setzten sich auch die britischen Linientruppen in Bewegung, die von Sven aktiviert worden waren, und versuchten den Amerikanern in die Flanke zu fallen.



Mittlerweile, endlich, endlich, gelang auch die Befehlsänderung. Der ausgebuffte amerikanische Kommandeur hatte aber mittlerweile in seinem Zentrum die Plänkler gegen Linieninfanteristen getauscht. Na und die standen. Unentschieden wogte das Gefecht hin- und her.
Den Amazonen – nun fast zerstört – gelang der Rückzug hinter die Leichte Infanterie, die sich nun den nachdrängenden Amerikanern stellte. Leider konnten meine Leichten die vor Ihnen stehende Einheit nicht angreifen. Denn … der Angriffsbefehl war auf die Plänkler bezogen!! Da jetzt die Linieninfanterie – die gehörte zu einer anderen Brigade – an dieser Stelle stand, musste erneut auf den Moralwert gewürfelt werden.
Diese Regelung ist einfach schlecht. Sorry, und hat mich wirklich gestört. Denn die Truppe stand ja am gleichen Platz, in der gleichen Position auf dem Schlachtfeld. Sie hatte einen Angriffsbefehl und nun sollte ich erneut einen Angriffsbefehl auswürfeln, nur weil zwei Truppeneinheiten rochierten? Was soll man dazu sagen? Vielleicht:
„Ist ja auch mal was …“
Am linken Flügel der Briten konnten die Linieninfanteristen die Plänkler zurücktreiben und verharkten sich auch hier in Nahkämpfe mit Ihren Gegnern.
Die Schlacht endete nach mehreren Stunden Spieldauer in einem Patt. Beide Schlachtlinien standen noch. Zwar waren ein paar Einheiten auf der Flucht, aber einen richtigen Durchbruch hatte niemand erreicht.



Für mich drängt sich nach diesem Spiel folgende Betrachtung auf.
Wir spielen ja nun seit über einem Jahr regelmäßig BG. Das Spiel hat seine Stärken. Aber auch seine Schwächen.
Ich bin immer noch der Meinung, dass das Spiel den Flair des AWI rüberbringt. Allerdings nur, wenn man wirklich Zeit hat. BG spielt sich am besten an einem Grillwochenende im Sommer. Ein paar Stunden spielen. Dann grillen und am Ende noch paar Stunden nachlegen, bis es zur Entscheidung kommt.
Bei unseren Mittwochabend Spielrunden schaffen wir es allerdings selten ein finales Ergebnis herbeizuführen, und das obwohl wir ja zwischen 3 und 4 Stunden spielen. Das ist allerdings einfach unbefriedigend.
Bei Maurice de Vauban hatten wir nach 3 h ein klares Ergebnis. Dieses System ist auch etwas „letaler“, was mir als stillem Fan von Skirmishsystemen natürlich gefällt. Ich mag halt Hollywood Tabletop.
Was mich an diesem Spiel echt genervt hat, sind die oben beschriebenen Moralwerttests. Die hatten das Spiel unnötig in die Länge gezogen und zu keiner Entscheidung geführt. Außerdem waren sie oftmals unlogisch und auch nicht historisch begründbar. Hier denke ich sollten wir uns hausregeltechnisch was einfallen lassen.
Na und hin- und wieder ein Maurice de Vauban Spiel im Wechsel zu spielen, schadet sicher auch nicht, getreu unserem Motto

„…ist ja auch mal was …“

(P.S.: Große Entschuldigung an Sven, dessen hier aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat sich in unverfrorener Weise wie ein roter Faden durch meinen Bericht zieht. Gut, dass wir uns verstehen.)

Nachtrag:
Auch nachträglich rekrutierte Fremdtruppen konnten gegen Spielende keine Entscheidung mehr bringen.

Sonntag, 7. Oktober 2012

14th Continental Regiment


Das 14th Continental Regiment wurde im Mai 1775 in Marblehead, Massachusetts, als Miliz Regiment gegründet. Der Schiffeigner John Glover finanzierte und stellte das Miliz-Regiment auf. Zu Beginn hieß das Regiment Marblehead Regiment oder Glover Regiment. Die meisten Männer waren Seeleute und Fischer und trugen ihre seemäßige Kleidung, bis das Regiment in die Kontinentalen Armee überstellt wurde. Im Januar 1776 wurde das Regiment in das 14th Continental Regiment umgewandelt und bekam die hier gezeigte Uniform.
Die "Marbleheaders" waren ein sehr diszipliniertes Regiment. Das Regiment errang unsterblichen Ruhm, als sie ausgewählt wurden, am Heiligenabend 1776 die Kontinental Armee über den zugefrorenenen Delaware überzusetzen und so den Überraschungsangriff von Washington bei Trenton zuermöglichten. Mehr zur Schlacht von Trenton: Schlacht von Trenton






Die Figuren sind von Foundry Miniatures und die Fahnen sind GMB Design.

Samstag, 29. September 2012

British Grenadier - Von Regelbüchern und schlechten Würfeln

 

Genau eine Woche nach unserem legendären Kavallerie Spiel trafen wir uns erneut bei Sven. Diesmal stießen die beiden Kommandeure Stefan und Sorandir noch zu uns.


Das Szenario war wieder äußerst gelungen. In einer kleinen Ansiedlung, die aber in vortrefflichster Art und Weise von einem Weidezaun umgeben war, der den dahinter stehende Einheiten auch Deckung verschaffte, stand ein Großteil der britischen Einheiten.


Den Amerikanern war es nämlich gelungen Benedict Arnold gefangen zu nehmen. Direkt vor dem Gasthaus „The Swan“ fand das Verhör statt.
Eine solche Schande konnten die Amerikaner natürlich nicht zulassen. Zu diesem Zeitpunkt war ihnen Arnold noch wichtig – sein Portrait hing in Westpoint; erst später sollte es dann endgültig abgehangen werden - , und sie beschlossen ihn zu befreien.


Die zweite Brigade der Briten stand an deren linken Flügel. Auf der Straße, die die beiden Brigaden trennte, hatte die britische Kavallerie Aufstellung bezogen; es handelte sich um die 6. Dragoons, die allerdings nach unserer letzten Schlacht den internen Ehrennamen „The Fifth Guards“ bekommen hatten.


Gleichzeitig befanden sich noch die hessischen Truppen mit einem Wagentross und Artillerie auf dem Weg ins Lager.


Die Amerikaner nahmen in den angrenzenden Wäldern Aufstellung und machten sich bereit. Die „Hunting Shirt“ Brigade am rechten Flügel, unterstützt von der Artillerie. In der Mitte stand die Kavallerie. Am linken Flügel die Masse der amerikanischen Infanterie.


Zu Beginn des Spiels wurden die Einheiten geteilt. Sven kümmerte sich als General um seine geliebten Briten. Sorandir führte die Hessen heran. Koppi kommandierte den amerikanischen rechten Flügel und Stefan trieb den amerikanischen linken Flügel in die Schlacht.
Wie das Regelsystem es so vorsieht, begann das Ganze damit, dass wir zunächst einmal die Qualität unsere Kommandeure erwürfelten. Klar war auch, dass die amerikanische Seite einen Wurf versiebte und der Brigadekommandeur des linken Flügels schon mal als „Poor“ - -1 auf diverse Tests inkl. Moral – durch die Gegend ziehen musste.
Der anschließende Initiativwurf wurde auf gekonnte – und leider auch gewohnte – Art und Weise von General Koppi verloren. Toll.
Na noch bedeute das nicht viel. Die Hessen begannen sich zu formieren und nach vorne zu rücken; die Briten machten ein paar interne Verschiebungen entlang der Front.
Als die Amerikaner an die Reihe kamen, beschlossen diese mit ¾ der Armee nach vorne zu stürmen. Nur der äußerste rechte Flügel blieb ruhig und hielt sich in den Wäldern versteckt.
Man hatte ja in dem letzten Schlachtbericht etwas von einem kopflosen Hessen gehört, na und seitdem hatte man halt irgendwie Angst. Einfach nur Angst.
Die amerikanische Artillerie schien auch noch etwas zu zittern, denn die zwei Kanonen trafen nichts. Weniger als nichts. Die waren mehr als flüssig. Sie waren überflüssig.
Man ballerte sich fröhlich durch die Runden, völlig ineffektiv. Diesen Schuh musste sich General Koppi anziehen, war es doch sein Würfelergebnis, das die Leistung der Amerikaner an dieser Stelle so schmälerte.
Auch toll war die amerikanische Kavallerie: Das Wort Kavallerie kommt ja von Cavallo. Also von dem Tier mit dem man reiten kann. Würde sich das Wort vom italienischen Wort kämpfen ableiten, hieße sie ja Kombatterie. Was schloß die amerikanische Kavallerie daraus???
Man ritt, aber man kämpfte doch nicht. Die vier Runden, bevor sie dann floh, sind schnell beschrieben. Eine Gerade nach vorne, dann eine Pirouette nach links. Dann nach vorne. Dann eine Pirouette nach rechts. Da hatten wir dann schon 3 DP, lugten aus dem Wald, liefen vor die amerikanische Artillerie und bähmmmmmm… hatten Verluste, bekamen Angst und ritten vom Schlachtfeld.


For those about to rock. We salute you.
Also man muss ja schon kritikfähig sein: General Koppi hatte wirklich seine Führungsqualitäten für Kavallerie und Artillerie bewiesen. Ich denke General Stefan dachte insgeheim, wäre doch Koppi da vorne im Verhör und Arnold an meiner Seite. Ich würde ihm sogar versprechen sein Bild wieder in West Point aufzuhängen.
Na egal. Stefan prügelte seine Infanterie nach vorne und griff die feindliche Kanone und die daneben stehende Infanterie an.


Die ersten Attacken konnten abgewehrt werden, aber irgendwann klappte es dann doch und die Kanone musste sich zurückziehen; ebenso die britische Einheit am äußersten rechten Flügel. Das liest sich jetzt sehr schnell, aber in Wahrheit zog sich der Nahkampf über mehrere Runden hin. Über so viele Runden, dass die Spieler sogar Zeit bekamen mal ins Regelbuch zu schauen und dabei festzustellen… Upps. Die Nahkampfregeln sind ja doch etwas anders.
Am Ergebnis hätte dies aber nichts geändert.
Das Problem an der ganzen Nummer war halt nur, dass die Briten die Lücke direkt wieder mit Infanterie schließen konnten, und somit der Durchbruch nicht gelang.


Mittlerweile hatten die anstürmenden amerikanischen Einheiten auch schon so viele DP’s und Verluste gesammelt, dass sie gar nicht mehr in der Lage waren, über die Zäune zu klettern und den Angriff ins feindliche Lager zu tragen.
General Koppi sagte dann: „Hm, Stefan. Das war jetzt nicht der Knaller.“ Aus dem sich daraufhin über der Spielplatte erhebenden Atompilz, der mich kurz blendete, drang eine sonore Stimme heraus: „ Sag ich was dazu, wie DU würfelst.“
Irritiert schaute ich nach hinten, nach oben und zur Seite. Ich weiß bis jetzt nicht, wo die Stimme herkam. Aber; man hatte mich erwischt. Hochmut kommt vor dem Fall, und betreten senkte ich mein Haupt.
Denn im gleichen Moment wurde meine Mitte zerpflückt. Zwei Einheiten waren tapfer nach vorne marschiert, na und ich dachte, da unterstütz ich doch mal Stefan. Als mir dann aber die britische Kavallerie immer näher kam, bildete ich quasi eine V Formation, um auch gegen die Kavallerie zu bestehen.


Was ich völlig unterschätzt hatte: Sorandir, der gewiefte Spielefuchs, der es ja im Normalfall gewohnt ist im MINIMUM 15 Brigaden im Spiel zu kommandieren, war natürlich mit den paar Hessen völlig unterfordert. Deshalb lernte er auch während des Spiels – waren es drei oder vier ? - Regelbücher auswendig und gab sich dadurch den Nimbus des völlig über den Wasser schwebenden Feldherrn. Weit gefehlt. Alles Taktik.
Ganz genau wusste er, wo er war. Ganz präzise bewegten sich die Hessen. Sie bedrohten meine Flanke, fielen dem V gemeinsam mit der Kavallerie in die Seite und peng, die nächste Einheit der Amerikaner floh.


Egal. Sorandir schnappte sich Regelbuch Nr. 5, las ein paar Seiten, würfelte parallel, drehte die hessischen Jäger ein und griff die Artillerie an.


Die konnten den Jägern zwar noch eine Base wegschießen, den sich anschließenden Nahkampf verloren sie allerdings.
An dieser Stelle beschlossen wir das Spiel zu beenden. Die amerikanische Mitte war zerbrochen; die hessischen Truppen noch nahezu in perfekter Ordnung.


Der linke britische Flügel war nur auf der Stelle getreten. Die britische Kavallerie beherrschte die Mitte des Schlachtfeldes und hatte die letzte verbliebene Einheit zurückgeschlagen.


Na und der Zaun und die Siedlung waren immer noch heiß umkämpft.


Das Ergebnis war ziemlich deutlich.
Diesmal war der Spielverlauf zäher, als bei den letzten beiden Malen. Das lag sicherlich daran, dass sich durch den Szenarioverlauf sehr schnell Nahkämpfe entwickelten, diese hin- und her wogten, aber keine direkte Entscheidung brachten. Am anderen Flügel dauerte es sehr lange bis die Hessen ins Schlachtgeschehen eingreifen konnten. Immerhin mussten sie um ein Waldstück herum marschieren, und die sich darin befindlichen Amerikaner verhielten sich einfach still, um einen Überraschungsnagriff zu lancieren, der allerdings in die Hose ging.
Interessant an BG ist einfach, dass sich durch unterschiedliche Szenarien immer wieder neue Varianten ergeben, die im Vorfeld nicht klar zu erkennen sind. Das Spiel entwickelt sich somit über Stunden.
Na jedenfalls freue ich mich schon auf den nächsten Spieltag im Oktober. Vielleicht in der gleichen Runde: Sorandir hat noch ein paar Bücher vor sich, Sven malt Häuser an, Stefan lernt die Nahkampfregeln auswendig, damit da mal alles klar ist, na und ich lerne die nächsten zwei Wochen würfeln.
Nachtrag: Da Benedict Arnold fast 4 Stunden verhört worden war, hatte er sich entschlossen bei den Briten zu bleiben, denn eigentlich war diese Tea Time Nummer doch sehr nett, na und alle möglichen Offiziere hatten doch Interesse an ihm gezeigt. Außerdem hatte man ihm irgendwas von 20.000 $ erzählt. Na und vielleicht, vielleicht war es ja unsere Langsamkeit, die ihn zu diesem Schritt bewegt hat.

DANKE AN KOPPI FÜR DEN BERICHT!

Donnerstag, 27. September 2012

Rhode Island Artillerie


Das volle Name war "Rhode Island Train of Artillery" und wurde ende 1774 gebildet. Es war einige wenigen gut ausgebildeten und ausgerüsteten Milizeinheiten zum Beginn des Krieges. Mit den Beginn des Krieges trat es der Continental Armee bei und diente auf verschiedenen Schlachtfeldern, u.a. in der Schlacht von Long Island..
Das besondere an diesem Regiment war die eher untypische Kopfbedeckung, was der Kopfbedeckung der leichten Infanterie nachempfunden war. Die Uniformsfarbe setzte sich aus einem braunen Rock mit roten Aufschlägen, sowie weisser Weste und Hosen. Das Lederzeug war braun und der Offizier schwarz gehalten.






Die Modelle sind von Perry Miniatures.

British Grenadier - Fünf auf einem Streich


Nach einer fast zweimonatigen Sommerpause war es letzten Mittwoch wieder soweit. Die Generäle Koppi und Sven verließen Ihre strategischen Beobachtungsposten in den Schwimmbädern und an den Seen des Landes – ach wie schön ist Sommer – und widmeten sich wieder den ernsten Aufgaben Ihrer Position: Schlachten zu gewinnen bzw. zu verlieren.
Sven hatte sich wieder einmal ein sehr schönes Szenario ausgedacht. Diesmal verlief quer über das Spielfeld eine Straße, auf der sich ein Konvoi der britischen Armee in Richtung eines Dorfes bewegte. Die Wagenkolonne hatte zu Ihrer Bedeckung zwei Infanterieeinheiten – Grenadiere und leichte britische Infanterie – sowie an der Spitze eine Kavallerieeinheit dabei.


Die restliche britische Armee war noch in Ihrem Lager inmitten eines Weizenfeldes und damit beschäftigt die Zelte abzubrechen.


Auf das Dorf bewegten sich zwei hessische Truppeneinheiten zu, die dorthin abkommandiert waren.
Was Sven nicht wusste – gut, dass ich, und ich bin mir sicher auch Sven, im Sommer aufopferungsvoll trainiert hatten, offensichtliche Sachen zu übersehen und lieber die Phantasie spielen zu lassen ;) - , war, dass die Amerikaner im Hinterhalt lagen, und sie nicht von den Briten entdeckt werden konnten, just bis zu dem Zeitpunkt, wo die Amerikaner sich für eine Aktion entschieden. So standen die Skirmisher hinter Hügeln und Zäunen, im Wald und in Büschen. Die Linieninfanterie verhielt sich mucksmäuschenstill, ebenso die Artillerie.


Sven, der das ja alles nicht wusste, har, har, har, begann nun seine Wagenkolonne in Bewegung zu setzen. Diese marschierte unbehelligt drei Runden über das Spielfeld in vermeintlicher Sicherheit.


Als die Spitze der Abteilung schon in Sichtweite des Dorfes stand, gab der amerikanische General den Befehl zum Angriff. Die Hessen, die sich ebenfalls unbeobachtet zum Dorf bewegt hatten und sich schon freuten, weil sie so schnell voran kamen, rannten direkt vor das Rohr des amerikanischen 6 Pfünders. Gleichzeitig stellte sich Ihnen noch eine amerikanische Infanterieeinheit entgegen. Die ersten hessischen Verluste waren die Folge.


Erstaunlicherweise verpuffte allerdings das komplette Plänklerfeuer entlang der amerikanischen Front. Offensichtlich hatten die Amerikaner schlechtes Pulver geladen, heißt, es gelang Ihnen nicht irgendwelche Sechsen zu würfeln. O.K. vielleicht eine; aber die bewirkte nicht allzu viel.
Am effektivsten war eigentlich der britische Lagerkommandeur, … wenn man es aus der Sichtweise der Amerikaner betrachtet: Diesem gelang nämlich nicht die gewünschte Befehlsänderung, was zur Folge hatte, dass sich das Regiment extrem erschreckte, huch, und sofort zurückfiel. :mosking: Tolle Aktion. Denn alle !!! amerikanischen Waffen waren außerhalb der Reichweite.


Na egal; die amerikanischen Torfnasen hatten auch Ihre Kanonen mit schlechtem Pulver geladen, und so flogen die Vollgeschosse kreuz und quer über das Schlachtfeld, nur nicht in die dafür vorher ausgewählten Regimenter. Sogar gegenseitig behindern, das konnten sie sich. Da durfte die eine Einheit, obwohl in kurzer Reichweite, keine Kartätschen verwenden, weil eigene Skirmisher sich vor Ihr befanden.
Die überflüssigste Aktion der Kriegsgeschichte bestand aber darin, dass eine Einheit der Plänkler direkt vor die Hufe der britischen Kavallerie sprang. Da waren sie etwas zu ungestüm, und hatten sich beim Würfeln verschätzt. Hätte man mal lieber im Regelbuch nachgeschaut, ob die Truppen auch aus Wäldern raus schießen können. Hätte, würde, wäre ist allerdings in einem solchen Moment nicht diskutabel und somit unangebracht.


Zu diesem Zeitpunkt wusste jedoch noch niemand, dass diese Aktion schlachtentscheidend war.
Na und was machte General Sven: Er befahl das Einschwenken seiner Truppen. Ganz ungewöhnlich ließ er die Kavallerie in einer schmalen Kolonnenformation einschwenken. Ungewöhnlich, weil ich zunächst mit einer Frontverbreiterung zur Linie gerechnet hatte. Die Aktion des britischen Generals war allerdings goldrichtig. Denn so verlor die Kavallerie keine Zeit und konnte direkt in die Skirmisher reinrauschen. Diese wurden überrascht und verloren direkt eine Base.


Dies hatte einen Domino Effekt zur Folge. Der Verlust der Skirmisher Einheit versetzte die Kavallerie in die Lage direkt in die Flanke der amerikanischen Artillerie zu fallen. Völlig überrascht führte diese Aktion zunächst zum „Rout“ der Artillerie, gefolgt von der direkten Vernichtung.


Die Kavallerie konnte weiter vorstürmen. Die nächste Einheit auf dem Weg war eine amerikanische Linieneinheit. Ein Würfelwurf später befand diese sich im Rout und musste sich zurückziehen.


Die Kavallerie ritt weiter. Zwar versuchte der amerikanische General noch einen Entlastungsangriff mit seiner Kavallerie in den Rücken der Briten, aber die waren schneller.


Noch eine Bewegung und zadong, rein in das New Yorker Regiment. Gleiches Ergebnis Rückzug.


Na und das durch die dahinter stehende Einheit. Das tut weh und gibt natürlich DP’s. Natürlich folgte die Kavallerie und krachte in diese Einheit.


Zwar nicht sieben, aber immerhin, FÜNF auf einen Streich. FÜNF !!!
Hier sieht man den Kommandeur der britischen Einheit, wie er im lockeren Stil eines Poloturnierreiters in die Kamera grüßt.


Na und wie begrüßt und verabschiedet man einen guten Reiter in Deutschland ????

http://www.youtube.com/watch?v=5VYZf1JOOQk

Da nutzte es auch gar nichts mehr, dass die Amerikaner am rechten Flügel ein britisches Regiment in die Flucht schlagen konnten, nutzte es gar nichts mehr, dass das hessische Linienregiment die Flucht ergriff.
Mir kam das alles so vor, als wenn Sven unbedingt seinem Lieblingsgeneral, dem großen Alexander nacheifern wollte. Wie am Granikos und bei Gaugamela hackte sich da die Kavallerie durch. Wie steht es so trefflich im Wikipedia Bericht zur Schlacht am Granikos: „Reiterei ist eine Angriffswaffe und nicht zur Abwehr von Fußtruppen geeignet.“
Ich glaube ja, dass Sven diesen Wikipedia Artikel heimlich gelesen hat. War er doch in der Sommerpause auf einem WAB Turnier, dieser Schuft. Sogar mit seinen Makedonen. Vielleicht war ja nur ich im Schwimmbad. Vielleicht war er ja in einem Sommercamp zur Optimierung von Reitkünsten. Ich weiß es nicht.
Na jedenfalls ist wieder einmal eines der unumstößlichen Gesetze von BG umgestoßen worden: Das Zitat „Kavallerie bewirkt eh nichts“ ist Vergangenheit. Vielleicht hatten wir ja die ganzen Spiele vorher die Reiterei einfach taktisch falsch gespielt.
Ich glaube, wenn ich Sven in dieser Woche nach dem Geheimnis seines Erfolges fragen werde, wird er nicht, mit oh-yeah (Filmliebhaber wissen, was ich meine ;) ), sondern mit dem legendären Satz Alexanders antworten:
„Indem ich nichts aufschob.“ (Lauffer, Alexander der Große).

P.S. Vielen Dank an Koppi für den tollen Bericht